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Oktober

  • Tom
  • 31. Okt. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. Jan. 2023

Hier erfahrt ihr alles, was ich im Oktober erlebt und gemacht habe. Ihr werdet mitgenommen auf einen San José Trip und einen Badeausflug. Zudem wurde auch wieder ein großes Fest gefeiert, das zwar im September stattgefunden hat, aber wegen eines knappen Zeitplanes erst im Oktoberblog landet.

Badestelle

29.09.2022 - Fiesta "jala de piedra"

Heute kamen die anderen fünf Freiwilligen in mein Dorf gefahren, denn in Amubri fand dieses Wochenende ein kulturelles Fest statt.

Da Rici am nächsten zu mir wohnt, war er als erstes da und wir haben uns gemeinsam die Parade angesehen (siehe Zeitplan).

Erneut gab es Trommler und Tänzerinnen, die durch die Straßen des Dorfes liefen (wie am 15. September). Die Trommler und Tänzerinnen üben in Vereinen. Fast jedes Dorf besitzt einen solchen Verein. An diesem Tag sah man Trommlergruppen aus verschiedenen Dörfern der Umgebung.

Danach warteten wir bei einem kühlen Imperial (Bier in Costa Rica) auf die anderen Freiwilligen.

Als diese eintrafen, zeigte ich ihnen mein Dorf und wir aßen gemeinsam bei meiner Gastfamilie.

Am Abend waren wir noch in der einzigen Bar des Dorfes, da sich dort das gesamte Dorf versammelte, um zu trinken und zu tanzen. Ebenfalls waren auf der Straße Stände aufgebaut, in denen Speisen und Getränke verkauft wurden.


30.09.2022 - Samstag

Heute fand der kulturelle Kern des gesamten Festes statt. Gemeinsam mit vielen Indigenen zogen wir in Dschungel, um einen Mühlstein zu holen. Daraus ergibt sich auch der Name des Festes: jalar (ziehen), piedra (Stein). In der Kultur der Bribri (mein Dorf liegt im Gebiet der Bribris) hat der Stein eine intensive spirituelle Bedeutung, da er unter anderem für Arbeit, Bündnis, Solidarität, Freundschaft, Respekt und Natur steht. Bevor der Stein getragen wurde, gab es noch eine Rede des Awá (indigener Doktor), der noch hinzufügte, dass der Stein gleichzeitig Symbol von Kampf und Bewahrung ihrer Kultur ist.

Jedes Jahr wird ein neuer Mühlstein für eine Familie ins Dorf getragen. Früher wurden diese auch noch verwendet. Unter anderem für das Mahlen von Kaffee, Mais und Reis. Heute gibt es nur noch ein bis zwei Familien, die Mühlsteine nutzen. Die Tradition besteht aber immer noch und ist heute ein großes Fest (siehe Bilder).

Ebenfalls gehört zur Tradition, dass der Stein in der Nacht davor gereinigt und mit bestimmten Materialien bedeckt wird. Danach findet noch ein Ritual statt. Dies habe ich jedoch nicht mitbekommen.

Danach wurde der sehr schwere Stein in das Dorf getragen. Währenddessen gab es Pausen, in denen Chicha getrunken wurde.

Chicha ist eine Art von Bier, das traditionell durch das Kauen und Freisetzen von Speichelenzymen hergestellt wurde. Sprich es wurde so lange gekaut, bis die Getreide-Stärke sich zu Zucker umgewandelt hatte. Ein chemischer Prozess, der die Gärung des Bieres zur Folge hat. Heutzutage findet der Herstellungsprozess aber nicht mehr im Mund statt, sondern durch das Einweichen und Keimen von Mais. Das Bier kann 1%-6% Alkohol beinhalten.

Interessant war ebenfalls, dass die Indigenen während des Laufens verschiedene Laute von sich gegeben haben (siehe Video). Diese haben jedoch keine Bedeutung.

Das gemeinsame Tragen des Mühlsteins war sehr schwierig, da ich mindestens einen Kopf größer bin als die meisten und dadurch nicht unter die Holzpfähle gepasst habe.

Zum Schluss gab es noch einen traditionellen Tanz, der die Zeremonie beendete.

Am nächsten Tag ging es dann auf in Richtung San José. Dort würden wir unser Visum bekommen.

Schon auf dem sechsstündigen Weg in die Hauptstadt merkte man, wie die Landschaft immer städtischer wurde. Die schönen grünen Wiesen und Wälder wurden durch graue Häuser ersetzt und anstatt Palmen sah man viele Autos (siehe Bild). Ebenfalls wurde das Sitzen im Reisebus auf die Dauer anstrengend.

Dennoch freute ich mich auf die Tage, denn ich würde eine Zeitlang mal keinen Reis mit Bohnen essen und einen neuen Teil von Costa Rica sehen. Nachdem wir angekommen waren, ging es direkt in ein Burgerrestaurant. Auch die restlichen Tage gab es immer was anderes zu essen (siehe Bilder).

Dennoch vermisste ich von Tag zu Tag mehr mein ruhiges Dorf. Die Straßen der Hauptstadt waren voll, viel Verkehr und oft dreckig.

Dementsprechend war ich sehr glücklich über meine Rückkehr nach Amubri. Als ich ankam, begann auch sofort wieder mein Alltag. Schulunterricht und viel Fußball. Doch das blieb nicht lange so, da wegen einer Grippewelle der Unterricht für eine Woche ausgesetzt wurde. Dadurch hatte ich viel Freizeit, in der ich verschiedene Aktivitäten machen konnte:


Am 14.10. ging es auf einen Badeausflug. Zusammen mit meinem Gastbruder und meiner Gastschwester fuhren wir auf dem Quad der Familie einen sehr schönen Weg in ein anderes kleines Dorf (siehe Video).

Erstmal ging es über eine Brücke auf die andere Flussseite (siehe Bilder).

Eventuell erkennt der ein oder andere den Ort, denn ich war schon nach meiner Wanderung dort. An dieser Stelle gibt es einen schönen Flussabschnitt, an dem man sich ins Wasser legen und durch die starke Strömung flussabwärts treiben lassen kann.

Auch wenn die Schule ausfiel, hieß das nicht automatisch, dass ich nicht arbeiten musste:

Meine Gastfamilie baut zur Zeit an einem neuen Haus und renoviert zeitgleich ihre alten. Dafür musste Bambus gefällt werden (siehe Video).

Und nein, ich arbeite nicht für Narcotráfico. Die Machete ist zum Fällen und die Sturmhaube dient als Schutz gegen die Sonne.

Natürlich war auch Fußball wieder ein Thema. Ob ein "El Clasico" schauen oder die Jugendlichen zu ihren Spielen begleiten (siehe Fotos).

Ich hatte ebenfalls mein erstes eigenes Spiel (wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr meinen letzten Blog lesen).




1 Kommentar


mc.kabs
01. Nov. 2022

Hallo Tom

Es hat uns wieder sehr viel Freude bereitet, Deinen Blog zu lesen.

Natürlich fällt uns dann die eine oder andere Frage dazu ein. Hier kommt mal eine:

Auf welche Weise verdienen die Menschen in Amubri Geld? Von Fußball können sie nicht leben. Haben sie landwirtschaftliche Produkte, die sie verkaufen? Wir haben keine Vorstellung.

Liebe Grüße O-MaPa


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