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September

  • Tom
  • 30. Sept. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Okt. 2022

Der erste Monat ist vorbei! Ich habe viel Neues erlebt und viel gelernt. Was alles, wie meine Familie ist und was ich den Tag über in Costa Rica mache, erfahrt ihr hier!


Samstag, 10. September 2022

Nachdem wir, die Freiwilligen, die erste Woche gemeinsam in Gandoca (siehe Blog "Erste Woche") verbracht haben, geht es für mich ab jetzt alleine weiter.

Ich fahre nach Amubri. So heißt das Dorf, in dem ich das nächste Jahr verbringen werde. Um dorthin zu gelangen, muss ich mit einem Boot und zwei Bussen fahren.

Das ändert aber nichts daran, wie schön das Dorf ist. Es liegt sehr nah an der panamaischen Grenze. Sehr viele Pflanzen lassen vermuten, dass man mitten im Dschungel lebt. An sich ist diese Vermutung auch richtig, aber ein großer Supermarkt, zwei Schulen und ein Fußballplatz sind Merkmale, die doch auf ein wenig Zivilisation hindeuten.

Fußballplatz in Amubri

In dem recht weitläufigen Dorf wohne ich ziemlich zentral. Dadurch habe ich keine langen Wege. Alle anderen haben entweder ein Fahrrad, ein Motorrad oder fahren mit dem Bus. Vor allem die Motorräder sind sehr auffällig, da schon 13jährige auf den Straßen damit rumcruisen oder man ab und zu eine fünfköpfige Familie auf einem sitzen sieht.


Meine Gastfamilie

Zu meiner Gastfamilie gehören Mutter, Vater, eine 13-jährige Tochter, welche Sietami heißt und den Sohn Osman, welcher 24 Jahre alt ist. Die Familie ist sehr nett und hat mich gut aufgenommen. Vor allem mit den beiden Kindern verstehe ich mich sehr gut. Entweder spiele ich mit ihnen Kartenspiele oder sie bringen mir etwas Spanisch bei. Dabei spielen wir oft UNO-Flip, was eine komplizierter Version von UNO ist.


Meine Unterkunft

Die Familie besitzt mehrere Häuser, die allesamt sehr erstaunlich sind. Es gibt ein Haupthaus, in dem ich esse und in dem die Eltern und die Tochter schlafen (siehe Bilder).

In der ersten Woche in Amubri habe ich in der Pension der Familie geschlafen (siehe Foto). Ein Haus, in dem mehrere kleinere Zimmer für Gäste sind. Dieses steht auch nur 20m vom Haupthaus entfernt.

Alle Häuser sind aus Holz gebaut und fügen sich damit perfekt in die Umgebung ein.

In der zweiten Woche bin ich in ein anderes Haus der Familie eingezogen. In diesem lebt der Sohn der Familie. Auch in diesem Haus gibt es eine Küche, sowie einen Bereich zum Entspannen (siehe Bilder).

Dieses Haus ist schon etwas weiter weg und ich muss am Morgen 3 Minuten laufen, um mein Frühstück zu bekommen.


Sonntag, 11.09.2022

Zur Zeit hält jeder Tag etwas Neues für mich bereit. Heute, zum Beispiel, war ich bei einer indigenen Familie, die Schokolade herstellt. Obwohl ich nicht so gerne Bitterschokolade esse, war diese lecker und sich den Prozess anzusehen, war sehr interessant.

Am Nachmittag wanderte ich zu einer Art "Kirche" (siehe Bilder). Für die Indigenen ist das ein wichtiger Ort, da viel Kultur und Hinweise auf die Lebensweise der Bribris (Name des indigenen Volkes) in dem Bauwerk verarbeitet sind.


Meine Arbeit

Am Dienstag, den 13. September, 3 Tage nachdem ich im Dorf angekommen bin, war auch direkt mein erster Arbeitstag. Ich arbeite in einer Grundschule (siehe Foto).

In den ersten Tagen habe ich nur bei der Dekoration des Gymnasiums (spa.: colegio) mitgeholfen: Luftballons aufgeblasen, Buchstaben angesprayt und Fahnen aufgehangen. Das Colegio ist nur 1 Minute Fußweg von der Grunschule entfernt.

Seit der zweiten Woche bin ich beim Englisch-Unterricht der Grundschule (spa.: escuela) dabei. Ich betreue die Kinder bei Tests oder lerne mit ihnen Vokabeln und deren Aussprache.

Mein Tag fängt um 7 Uhr an und hört zur Zeit um 12:30 Uhr auf. In der Zeit gibt es auch Frühstück und Mittagessen in der Schule.

Zudem helfe ich dreimal pro Woche beim Fußball-Training mit (siehe Bild).

Am Samstag (24.09.) habe ich mein erstes Fußball-Training alleine mit der U9 Amubris geleitet. Von Passtraining, über Schusstraining bis hin zu einem Match ist alles dabei (siehe Bilder & Video).


Donnerstag, 15.09.2022 - Unabhängigkeitsfest

Man merkte in den Tagen vor dem 15. September, dass hier etwas besonderes passieren wird. Seit vielen Tagen hörte man über weite Strecken Trommelschläge und Xylophon-Geklimper. Auch wandelte sich das grüne Dorf immer mehr in die Farben rot, weiß und blau. Auch ich wurde ins Schmücken mit eingebunden.

Um alle abzuholen, gibt es eine kleine Geschichtsstunde zwischendurch: 1821 konnte sich Costa Rica aus der Kolonialherrschaft Spaniens befreien, ebenso wie alle anderen mittelamerikanischen Länder. Aufgrund der Abgelegenheit und des technischen Mangels fanden die Ticos (so nennen sich die Costa Ricaner) erst einen Monat später heraus, dass sie unabhängig sind. Dennoch feiert Costa Rica am 15. September seine Unabhängigkeit. Dieses Jahr "201 Años". Die Freude ist damals, sowie heute groß.

Am 14. September traf sich dann das ganze Dorf abends im Gymnasium (siehe Foto). Es gab viele Tänze, Hymnen und Vorlesungen von Schülern und Lehrern. Gegen Ende wurde von Sportlern eine Art Fackel ins Colegio getragen, was mich stark an die Eröffnungsfeier von Olympia erinnerte. Nach den Festlichkeiten zogen alle Menschen durchs Dorf mit selbstgebastelten Laternen. Fast alle trugen die Nationalfarben von Costa Rica.

Am nächsten Tag trafen sich erneut alle im Colegio. Diesmal, früh am Morgen. Es gab weitere Tänze, Vorlesungen und Hymnen.

Danach reihten sich alle Schüler auf der Straße auf. Die Jungs hatten Trommeln in der Hand, die Mädchen machten sich bereit, gleich zu tanzen (siehe Video). Und dann zog die Parade los (siehe Foto). Nach einem über 1½h langen Umzug trafen sich alle auf dem Fußballfeld und es wurde ein letztes Mal die Trommeln gespielt und die Tänze präsentiert.


Parade durch Amubri
Parade durch Amubri

Das Wetter

Die Temperaturen sind relativ konstant. Über den Tag hinweg ist es sehr warm, vor allem in der Sonne. Es sind so um die 32°. Am Abend und am frühen Morgen sind es 22°. Man braucht also eigentlich keine langen Sachen. Sollte man doch mal frieren, kann man sich einen dünnen Pullover überziehen.

Vom Morgen bis zum Nachmittag ist es meistens trocken. Doch mit Beginn des späten Nachmittags fängt es fast jeden Tag an zu regnen. Deshalb kann es auch gut sein, dass Fußball im Nassen gespielt wird. Manchmal ist das Gewitter auch so stark, dass am nächsten Tag kein Wasser und kein Strom da ist. Doch das habe ich erst einmal miterlebt.


Meine Freizeit

Neben dem Fußballtraining und der Schule habe ich ziemlich viel Freizeit.

Zweimal in der Woche treffen sich die Jugendlichen und Erwachsenen des Dorfes zum Fußballspielen. Das Spielen läuft so ab: Alle stellen sich an der Mittellinie auf, jeder zweite geht in das gleiche Feld. Danach hat man 30 Sekunden, sich seine Mitspieler zu merken und schon geht es los. Ab jetzt ist mindestens 75 Minuten spielen angesagt. Die Regeln sind auch auf die einfachsten beschränkt. Dennoch könnte es nicht mehr Spaß machen. Jeder der Anwesenden hat einfach Bock auf Kicken und in der Zeit ist kein anderes Thema dran.

Wenn mal kein Fußball bei mir dran ist, höre ich viel Musik, rede mit meiner Gastfamilie oder spiele mit ihnen Karten.

Ab und zu liege ich auch einfach nur in einer der vielen Hängematten und genieße mein Leben.


Ebenfalls möchte ich mich hiermit für die unglaubliche Resonanz auf meine Blogs bedanken. Ich freue mich, dass es euch so gut gefällt und das motiviert mich weiterzumachen.


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1 Kommentar


Moni M.
Moni M.
03. Okt. 2022

Hey Tom! Du musst auf jeden Fall weiterschreiben- ich freu mich jedes Mal, eine CostaRicaFortsetzung zu lesen! Es ist einfach sensationell!!! Daher: Liebe Grüße in deine Hängematte, aufs Fußballfeld und in den Dschungel! Dein Leben einfach zu genießen, ist die richtige Antwort! Moni P.S. : Frag mich, ob du deine Kids in der Schule auch mit deinem neuen Lebensmotto " Es gibt ein Leben nach....😃" motivierst?🤔😏🤩

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