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März - Schule in Costa Rica

  • Tom
  • 31. März 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aufgrund eines Vorfalls (den ich im nächsten Blog thematisiere) konnte ich im März nicht so viel unternehmen. Dafür war ich nach einer längeren Pause, durch Urlaub und Ferien, mal wieder in der Schule arbeiten. Das neue Schuljahr hatte Anfang Februar angefangen und es standen einige neue Ereignisse an.

Englisch-Lehrerin, Rico & ich

Doch dieser Blog soll nicht nur davon handeln, was ich erlebt habe, sondern auch allgemein das costaricanische Schulsystem vorstellen.

"Wer Frieden will, soll sich auf den Frieden vorbereiten und nicht auf den Krieg."

Costa Rica besitzt eine Analphabetenrate von nur 2,2 % und zählt auch darüber hinaus zu den besten Schulsystemen Lateinamerikas. Das hängt unter anderem mit der Abschaffung des Militärs zusammen. 1949 ging José Figueres Ferrer aus einem Bürgerkrieg als Gewinner hervor und ließ sich als Übergangspräsident einsetzen. Als erste Amtshandlung stieß er demokratische Reformen an. So erhielten Frauen, Schwarze und Ureinwohner erstmals das Wahlrecht. Das Militär betrachtete Figueres als Hindernis für die Demokratie. Konsequent schaffte er es schließlich ab mit den Worten: "Wer den Frieden will, soll sich auf den Frieden vorbereiten und nicht auf den Krieg".

Seitdem investiert Costa Rica nur noch 0,4 % des Nationaleinkommens in Polizei und Grenzschutz. Die frei gewordenen Mittel verwendete man, um das Bildungs- und Gesundheitswesen zu reformieren.

im Englisch-Unterricht

Der Schulbesuch ist für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren verpflichtend und kostenlos. Die Grundschule geht im Gegensatz zu Deutschland von der ersten bis zur sechsten Klasse. 70 % aller Schüler entscheiden sich danach für die Sekundarstufe (7. bis 11. Klasse), die mit dem bachillerato endet, dem höchsten nationalen Schulabschluss (ähnlich zum deutschen Abitur).

Neben dem soliden staatlichen Schulsystem gibt es eine beträchtliche Anzahl an Privatschulen.

Das Schuljahr beginnt Anfang Februar, sodass die großen Ferien in der Trockenzeit liegen. Das hängt damit zusammen, dass einst auch Kinder als Erntehelfer bei der Kaffeeernte unverzichtbar waren. Nach einer weiteren, kürzeren Ferienzeit im Juli beginnt das zweite Halbjahr, das Mitte Dezember endet.

Anfang des Jahres müssen alle Schüler in den jeweiligen Fächern ein diagnóstico absolvieren. Das ist ein Test, der die Themen des letzten Schuljahrs umfasst. Das ist eine gute Wiederholung des gelernten Wissens. Alle Ergebnisse müssen zu einer zentralen Stelle nach San José geschickt werden, die diese auswerten.

Helfen beim Englisch-Test

In den vergangenen Tagen saß ich mehrere Stunden in der Schule, um die Tests von ungefähr 250 Schülern zu korrigieren. Die Tests bestehen aus einem schriftlichen und aus einem mündlichen Teil. Zum Glück war der Großteil der Aufgaben Multiple-Choice, was das Korrigieren leichter gemacht hatte.

Am 15. März wurde ein Rennen organisiert. Am Vortag lief ich mit dem Sportlehrer eine Strecke ab, die wir ausmessen sollten. Die einfache Strecke hatte eine Länge von 850 Metern. Am besagten Tag machten sich die Schüler nach dem Unterricht zum Rennen fertig. Zunächst liefen nur die Kleinsten die einfache Strecke.

Danach waren die größeren dran (4. bis 6. Klasse), die hin und zurück rennen mussten. Währenddessen stand ich mit an der Strecke und reichte den Schülern Wasser (siehe Bilder).

Das Gleiche wird auch im colegio (Gymnasium) veranstaltet. Dabei haben die Schüler auch die Chance durch Siege in die nächste Runde zu gelangen und sich schlussendlich auf nationaler Ebene sich zu beweisen. Beispielsweise hat meine Gastschwester die erste Runde (in ihrer Schule) gewonnen und wird am 30. März gegen die Gewinnerinnen der anderen Schulen in unserer Umgebung antreten (2. Runde).

Am 22. März hatten die Schüler in der Grundschule frei. Das lag daran, dass die Lehrer und Lehrerinnen einen Ausflug an den Strand machten.

Früh morgens ging es los. Es gab reichlich zu essen und zu trinken. Zudem wurde ein wenig Organisatorisches besprochen, der Lehrervorstand gewählt und auch eine Art Tombola gemacht, wobei zwei Lehrer die Chance hatten, eine Fahrt nach San José zu gewinnen. Im weiteren Verlauf des Tages wurden kleine Spiele durchgeführt, wie Pantomime, Staffelläufe oder Fußball (siehe Bilder).

Am Nachmittag ging es nach einem unterhaltsamen Tag zurück ins Dorf.

Zum Schluss noch ein paar weitere Informationen zum Bildungssystem, in dem ich arbeite.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es keine längere Pause, in der die Kinder essen können, sondern die Köche kommen während des Unterrichts in den Klassenraum, um der jeweiligen Klasse zu signalisieren, dass sie essen können. Es gibt immer ein Frühstück, Mittagessen und einen Snack dazwischen. Für mich, der das nicht aus Deutschland kennt, ist das oft ein wenig störend, da man gerade beispielsweise ein neues Thema erklärt, dann unterbrochen wird und danach mehr oder weniger wieder von vorne starten kann.




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