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Dezember

  • Tom
  • 21. Dez. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Jan. 2023

Das Schuljahr in Costa Rica neigt sich dem Ende zu. Dementsprechend habe ich mehr Zeit, um neue Dinge zu erleben. Vor allem mit meinem Kumpel Ricardo war ich viel unterwegs. Was wir alles gesehen haben, erfahrt ihr hier im Dezember Blog.

Strand in Manzanillo

Der erste Dezembertag brachte das lang erwartete Fußball-WM-Spiel zwischen Deutschland und Costa Rica. Zusammen mit Ricardo ging ich in die Bar Amubris. Über eine Leinwand wurde das Spiel gezeigt. Am Anfang waren wir noch relativ alleine, doch die Bar füllte sich immer mehr. Schlussendlich waren ungefähr 20 Ticos da. Unter anderem auch mein Gastvater (siehe Bild).

Die Stimmung war erheiternd: Mal durften wir zu zweit jubeln, mal feierten die Costaricaner. Zwar fragten sich wahrscheinlich einige nach dem ersten Tor, wer wir seien, doch nach vier deutschen Toren hatten sie verstanden, dass wir uns nicht für Costa Rica freuten. Schlussendlich gingen jedoch sowohl sie als auch wir enttäuscht nach Hause, weil keines der beiden Länder den Einzug ins Achtelfinale geschafft hatte.

Trotz Eliminierung war es ein lustiger Zufall gewesen, der mich mit einigen Leuten ins Gespräch kommen lassen hat.

Im Gegensatz zu Deutschland, endet das Schuljahr nicht um Juli herum, sondern im Dezember. Von Weihnachten bis Ende Januar sind die einzigen Ferien in Costa Rica. Um das Schuljahresende zu feiern, gibt es das "Cena de Graduacion". Im Vordergrund der Festlichkeit steht die Versetzung in die nächste Klasse. In der escuela, werden die Vorschüler, die in die 1. Klasse kommen sowie die Sechstklässler, die ins colegio kommen, geehrt. Da ich seit nun knapp vier Monaten in der escuela helfe, wurde ich ebenfalls eingeladen, beim Abendessen (span.: cena) teilzunehmen.

Noch zwei Tage zuvor half ich beim Aufbauen und Schmücken der Schule (siehe Bilder).

Die ganzen Vorbereitungen sowie die Veranstaltung ließen mich nochmal an meine eigene Abifeier denken, die ähnlich festlich war.

Schon Tage vor der Feier hörte man Musik durch die Schule hallen. Denn die 6. Klasse probte Tänze, die aufgeführt werden sollten.

Doch im Gegensatz zu meinem eigenen Abiball, saß ich diesmal am Lehrertisch (siehe Bild), wo ich zusammen mit dem Musiklehrer sowie der Klassenlehrerin der 1. Klasse das Programm genoss.

Am Anfang wurden von einzelnen Personen Reden gehalten, wie dem Klassenlehrer der 6. Klasse, dem Direktor oder Eltern, die noch Worte an ihre Kinder richten wollten (siehe Bild).

Währenddessen wurde schon die Vorsuppe aufgetischt. Das Hauptgericht bestand aus Reis, Bohnen und Schweinefleisch (siehe Video). Das Essen hat köstlich geschmeckt und ist eines der besten in meiner Costa Rica-Zeit gewesen.

Danach führte die 6. Klasse ihre Tänze auf (siehe Video).

Daraufhin blieb noch Zeit für Eltern und Lehrer, um Fotos mit ihren Kindern zu machen. Auch wollten zwei Schüler ein Bild mit mir haben.

Gegen Ende des Abends wurde noch der Nachtisch aufgetischt (siehe Bild).

Dies war ein Stück Kuchen mit Eis und schmeckte auch sehr lecker. Zum Schluss gab es Platz zum Tanzen, für diejenigen, die wollten.

Doch das war nicht mein einziges kulinarisches Erlebnis in diesem Monat. Eines Abends ging es zusammen mit einigen Freunden und Familienmitgliedern meines Gastbruders nach Bribri, um Essen zu gehen. Am Anfang waren wir in einem typisch lokalen Restaurant, in dem Fleisch mit plátano (span.: Banane) auf dem Tisch serviert worden ist (siehe Bild).

Danach entschlossen wir uns, auch noch zur Pizzeria zu fahren. Damit habe ich auch meine erste Pizza in Costa Rica gegessen. Diese schmeckte ganz gut und sollte mir Reis mit Bohnen irgendwann einmal zu viel werden, werde ich dorthin wiederkommen und zur Abwechslung eine Pizza essen.

Am Sonntag, dem 11. Dezember, lud mich Ricardo auf einen Ausflug mit seiner Gastfamilie ein. Es ging endlich wieder an den Strand. Doch nicht nur die beiden Gastschwestern von Ricardo, sondern auch 20 Schüler aus der escuela in Orochico fuhren mit. Orochico ist ein Ort, sehr tief im Dschungel. In der Schule, in der insgesamt 20 Kinder sind, arbeitet Ricardo. Einige der Kinder laufen mehr als eine Stunde durch den Dschungel, um die Schule zu erreichen. Dementsprechend war es für einige von ihnen das erste Mal, dass sie den Strand und das Meer sahen.

Alle zusammen fuhren wir in einem Bus (siehe Bild).

Der gelbe Bus erinnert an US-Highschool-Filme. Man sieht sehr oft diese ausrangierten Fahrzeuge in meiner Gegend umherfahren.

Als wir in Manzanillo, einem Ort an der Karibikküste, angekommen waren, genossen wir einen Tag am Strand mit Essen, Getränken und Strandfußball. Natürlich wurde auch mal wieder in der Karibik gebadet (siehe Bilder).

Am Tag darauf hatten Ricardo und ich eine Videokonferenz mit unserer Entsende-Organisation in Deutschland. Dafür fuhren wir in die zweite Schule, in der Ricardo arbeitet. Es ging nach Gavilan Canta (siehe Bilder).

Dort trafen wir auf den Musiklehrer Carlos Hidalgo. In einer Pause fragte er uns, ob er uns etwas vorspielen könnte. Er spielte mit seiner Gitarre und sang gleichzeitig auf Cabécar. Dies ist die zweite indigene Sprache neben Bribri in Talamanca.

Auf die Frage, worüber er gesungen hätte, antworte er mit demselben Lied, nur diesmal auf Spanisch. Zwar verstanden wir nicht jedes Wort, doch dem Sinn nach handelt es von dem Leben der Indigenen. Inspiriert von allen Dingen, wie Flüsse, der Natur oder der Sonne. Sowie den Menschen, die in den indigenen Gebieten leben.



Nach dem kleinen Klassenzimmer-Konzert erfuhr ich, dass der Lehrer schon einmal in der Hauptstadt an einem Sing-Wettbewerb teilgenommen und den auch gewonnen hatte.

Daraufhin recherchierte ich ein wenig:

Im Februar 2020 wurde der indigene Anführer Jerhy Rivera Rivera in Térraba ermordet. Fünf Tage später kam das Lied "Hasta que muera el sol" aus dem Herzen von Carlos Hidalgo. Er schrieb es als Geschenk an die Gemeinschaft von Térraba. "Ich wollte, dass die Nachbarn und Verwandten von Rivera, die auch meine Nachbarn und Verwandten sind, sich unterstützt fühlen.

Mit dem gleichen Lied nahm er am Wettbewerb teil und beeindruckte die Jury. In einem seiner Zitate heißt es, dass es für ihn eine großartige Erfahrung war, im Nationaltheater zu spielen. Des Weiteren heißt es, dass es sehr schön war, ein bisschen Talamanca an einen so schönen Ort, wie das Nationaltheater, zu bringen. Ebenfalls ist es eine große Chance für sein Dorf und seine Leute, sowie für Bribri und Cabecar.

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