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Das Dorf Amubri

  • Tom
  • 12. Nov. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Zwar habt ihr in meinem September-Blog schon viel über mein Dorf erfahren, dennoch möchte ich euch, vor allem für die räumliche Vorstellung, nochmal genauer davon berichten.

Suretka, am Fluss

Erstmal ein paar Fakten: Das Dorf hat ungefähr 2000 Einwohner, die entlang von mehr oder weniger fünf sehr langen Straßen wohnen. Das Dorfzentrum ist ein etwas größerer Platz, an dem sich das colegio, sowie der Fußballplatz (weißes Kreuz), die Bar (gelbes Kreuz) und ein Einkaufsladen (span.: pulpería, rotes Kreuz) befinden (siehe Bild).

Zudem befinden sich zwei Schulen im Dorf (siehe Foto): Die escuela (span.: Grundschule), in der insgesamt fast 350 Kinder lernen. Es gibt eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe. Fächer, wie Englisch, Mathe, Sport und Heimatkunde (man spricht über die Kultur, die Sprache Bribri und ihre Historie) werden unterrichtet. Im colegio (Gymnasium) sind es nochmal mehr als 200 Schüler. Wie ihr in den anderen Blogs zuvor schon lesen konntet, finden im colegio viele Aktivitäten statt, wie Sport- oder Dorfveranstaltungen.

Im größeren Umkreis gibt es nur zwei Bars. Eine davon steht im Dorfzentrum Amubris. Der Verkauf von Alkohol ist ein schwieriges Thema, denn wie ich erfuhr, haben die Indigenen ein Gen, wegen welchem sie Alkohol nicht so gut vertragen. Seit ungefähr 15 Jahren gibt es das Gesetz, dass Alkohol nicht mehr verkauft werden darf. In Einkaufsläden findet man keine Bierdosen, sondern nur Wasser und Softdrinks.

Da die Bar jedoch um die 40 Jahre alt ist, damit vor dem Gesetz stand und Menschen damit ihr Geld verdienen, wurde eine Ausnahme gemacht.

Direkt neben der Bar kann man eine Startbahn für Flugzeuge erblicken. Vor vielen Jahren gab es eine Person, die viel für das Dorf getan und auch eine der Schulen gegründet hat. Diese Person hatte ein Flugzeug, mit dem sie nach Limon (eine mit dem Bus von Amubri über 3h entfernte Stadt) flog, um für das ganze Dorf Essen und andere Dinge zu kaufen. Heutzutage fliegen keine Flugzeuge mehr, da es keine mehr gibt. Zudem ist die Landebahn nur noch eine lange Wiese, auf der ein paar Pferde stehen (siehe Foto).

Um heutzutage in ein anderes Dorf oder eine andere Stadt zu gelangen, braucht man ein anderes Verkehrsmittel. Meistens fahre ich mit dem Bus zum Fluss, wofür ich 15 Minuten brauche (siehe Foto, rote Linie Fahrtweg).

Mit einem kleinen Boot geht es über den Fluss auf die andere Flussseite nach Suretka (siehe Foto). Von dort sind es nochmal 30 Minuten in die etwas größere Stadt Bribri. Von da aus fahren Reisebusse nach ganz Costa Rica.

Wie ihr euch vielleicht erinnert, bin ich nach der ersten Woche umgezogen. Um das aber nochmal bildlich einzuordnen, zeigt ein Foto, wo ich gewohnt habe (gelber Kreis), sowie den Ort, an dem ich jetzt wohne (oranger Kreis). Ebenso zeigt ein Pfeil in Richtung Dorfzentrum.

Um Lebensmittel oder andere Sachen einzukaufen, muss man in den Supermarkt meines Dorfes gehen (siehe Bilder). Dies ist der größte in Amubri. Es gibt auch kleinere Läden, dementsprechend ist aber auch die Auswahl kleiner.

Der Supermarkt hat eine eigene Gemüse-, Fleisch- und Süßigkeitenecke sowie einige Regale, wo es fast alles gibt, was man hier braucht. Auffällig sind vor allem riesige Reissäcke, die im ganzen Laden zu finden sind.

Wie schon anfangs erwähnt, gibt es ein Fach in dem Bribri, die indigene Sprache und Kultur der Umgebung, unterrichtet wird.

Bribri ist die größte ethnische Gruppe von insgesamt sieben. Die Bribri zählen heutzutage mehr als 10000 Stammesangehörige, die daran glauben, dass ihr Gott Sibú das Universum erschuf.

Die Bribris leben, sowie die Cabécar-Indianer, in Alta Talamanca (Gebiet mit den Talamanca-Bergen). Die unzugänglichen Bergketten stellten für die Indios über Jahrhunderte einen wichtigen Zufluchtsort als Widerstand gegen die Spanier dar. Alta Talamanca wurde nie kolonialisiert, sodass die Bribris bis heute Kultur, Sprache und Lebensweisen bewahren konnten.

Bribri-Gebiete

Wie auf der Karte zu sehen, gibt es verschiedene Bribri-Gebiete in Costa Rica.

Natürlich gibt es Unterschiede. Je abgelegener das Dorf liegt, umso mehr konnten die Werte gewahrt werden. Dennoch stirbt die Sprache meiner Meinung nach langsam aus. Diese Entwicklung sehe ich in meinem Dorf Amubri, was nicht allzu abgelegen liegt. Während die Großeltern noch die Sprache beherrschen, können viele Kinder die Sprache nur noch verstehen, aber nicht mehr sprechen. Doch einzelne Phrasen habe auch ich lernen dürfen, die einem im alltäglichen Leben begegnen. Deshalb gibt es hier einen kleinen Bribri-Sprachkurs:

Is-beshkēna - Wie geht es dir?

bua'ë bua'ë -  gut

Mìa Mìa - Danke

Míshka - Los geht's

Und dann hat Amubri drei Fußballteams (siehe Bilder):

Angefangen bei den kleinsten: "FC Amubri Talento U-9" sind die gelben Minions, die zum Fußball rangeführt werden, dabei erste Taktiken lernen und vor allem Skills, wie Passpiel und Dribbling, verbessern. Zu dem einmal in der Woche stattfindenden Training kommen sie stets motiviert. Zusammen mit Allan (Fußball-Trainer) und meinem Gastvater trainiere ich dieses Team.

Weiter geht es mit der Jugend: "Talento FC Amubri" ist das Team, über das ihr schon einiges in meinem ersten Fußball-Blog lesen konntet (Fußball in Costa Rica). Die 12-15jährigen sind sowohl Mädchen als auch Jungen. Zusammen mit Allan (Mannschaftsfoto links) trainiere ich das Team zwei- bis dreimal pro Woche. Die Jungen und Mädchen haben letzte Woche ihre erste Saison auf dem 3. Platz beendet. Trotz vieler Siege reichte es schlussendlich nicht ganz.

Letztendlich gibt es in Amubri noch das Herrenteam "FC Amubri". In diesem spiele ich selbst mit. Wenn es nicht zu stark regnet, trainieren wir einmal pro Woche und haben jeden Sonntag ein Spiel.


Manchmal sitze ich zusammen mit meinem Gastbruder zu Hause und wir hören einfach nur spanische Musik. Ein weiteres Lied gibt es jetzt:


 
 
 

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