Regen, Dschungel und Berge
- Tom
- 20. Sept. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Okt. 2022
Dieser Blog ist für alle Wander- und Regenfreunde. Es erwartet euch die Geschichte über einen kräftezehrenden Marsch im Dschungel Costa Ricas.

Heute, am 17. September, heißt es Sachen packen, denn eine Wanderung in den Bergen steht an. Zusammen mit Rici (meinem Mitfreiwilligen), Gama (Ansprechpartner), 3 Guides und 3 Touristen sollte es losgehen.
Doch schon während des Packens höre ich Donnergrollen und sehe dunkle Wolken über den Bergen hängen. Schnell packe ich noch die Regenjacke ein und lasse die Sonnencreme daheim.
Abgeholt wurde ich dennoch noch im Trockenen. Meine Sachen und ich wurden in den Kofferraum geladen, wo Rici schon auf mich wartete. Da die Wege ziemlich uneben sind und es viele Steine gibt, wackelte das Auto ziemlich stark und wir stießen uns die Köpfe am Dach des Autos (siehe Foto). Dennoch war es lustig und wir fühlten uns komplett angekommen im costaricanischen Leben.

Als wir im Auto saßen, begann es dann auch zu Schütten. Und das erste "Problem" ließ auch nicht lange auf sich warten: Ein umgefallener Baumstamm versperrte den Weg. Doch schon stiegen die Guides mit ihren Macheten aus, teilten den Baumstamm in 2 Teile und schafften ihn aus dem Weg. Danach ging es mit dem Auto weiter: Kleine Bäche und viel zu enge Wege erschwerten die Fahrt (siehe Foto).

Nach 30 Minuten Fahrt stiegen wir aus und die richtige Reise sollte beginnen. Rici und ich hatten im Vorfeld wenige Infos bekommen, waren dementsprechend nur mäßig vorbereitet und improvisierten mehr.
Die erste Hürde war eine Brücke (siehe Foto). So einer würde man in Deutschland niemals begegnen, da der TÜV sowas nicht abnehmen würde. Trotzdem fühlte man sich relativ sicher und es war noch das Leichteste unseres Marsches.

Ab da ging es nur noch bergauf und tiefer in den Dschungel hinein. Bei jedem Schritt musste man aufpassen, nicht wegen des Schlamms auszurutschen. Und schon nach 5 Minuten merkte man, wie einen die Kräfte verließen. Der Regen vermischte sich auch mit dem Schweiß und man wusste nicht, weswegen man schlussendlich nass war. Doch es war auch egal, denn es hieß einfach nur weiterlaufen. Die meiste Zeit hintereinander, da die Wege zu schmal waren, um nebeneinander zu laufen.
Es gab zwei Pausen, um mal einen Schluck Wasser zu trinken und endlich hieß es: "In 10 Minuten wird es flach werden". Was zwar hieß, dass es nicht mehr ganz so steil war, aber noch lange nicht flach.
Nach 600 Höhenmetern und einer Stunde Marsch kamen wir an einen Bach, den wir überqueren mussten. Unvorsichtig wie ich war, rutschte ich aus und war plötzlich mit beiden Beinen knietief im Wasser. Das war dann auch für meine wasserfesten Wanderschuhe zu viel.
Danach ging es zum Glück nur noch 10 Minuten bergauf, bis ich eine Hütte sah. Ich hatte schon befürchtet, dass wir mitten in der Natur schlafen müssen und somit war der Blick auf die Hütte eine große Erleichterung für mich.
Wir hingen alle Sachen auf, da alles nass geworden war, selbst die Sachen in meiner wasserfesten Tasche. Danach schlugen wir unser Bett für die Nacht auf (siehe Fotos).
Am Abend saßen wir beisammen, aßen Reis mit Bananen und Hühnchen und sahen den Blitzen am Horizont zu (siehe Video).
Im Gespräch mit den Indigenen konnten wir viel über die Mentalität und Lebensweise in Costa Rica erfahren. Der Gegensatz zu Deutschland ist riesig. Materialismus hat hier keine Bedeutung. Die Menschen sind schon mit Wenigem sehr zufrieden. Es geht darum, dass der Mitmensch glücklich ist und alles wird geteilt. Man hilft sich gegenseitig und die Familie hat einen ganz anderen Stellungswert.
Auch mit dem Thema Tod gehen die Menschen hier anders um. Für sie ist es sehr normal und sie wissen, sollten sie mal nicht mehr leben, dass der Rest der Familie sich um Kinder kümmert und immer jemand für den anderen da ist. Deshalb werden Einrichtungen, wie ein Altersheim, hier nicht gebraucht.
Nach einem sehr verregneten Vortag, hatte man am nächsten Morgen endlich einen sehr schönen Ausblick auf die Landschaft.

Der Rückweg stellte sich ohne Regen auch als deutlich schöner heraus. Man sah auf einmal, wo man überall entlang gelaufen war und erspähte ab und zu einen sehr schönen Ausblick auf den Dschungel oder die Berge (siehe Fotos).
Doch ganz einfach war der Rückweg auch nicht. Da es die Nacht über wieder geregnet hatte, entwickelte sich der Abstieg zu einer ziemlichen Rutschpartie. 3 Kratzer werden mich auch noch in den nächsten Wochen an das Erlebnis erinnern lassen.
Wieder zuhause angekommen, freute ich mich über eine Dusche und frische Klamotten.
Hier sind noch weitere Fotos. Die meisten sind vom Rückweg. Man sieht den Fluss, über den die blaue Brücke gebaut worden ist. Auch sind noch paar Bilder über das Essen dabei, das wir am Abend gegessen haben.
Diesmal habe ich das Lieblingslied meines Gastbruders für euch:




































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