November
- Tom
- 30. Nov. 2022
- 4 Min. Lesezeit
Der November fühlte sich nach dem ersten Monat an, in dem ich mich in Costa Rica so wirklich zu Hause fühlte. Vielleicht lag es an der besser werdenden Sprache, der regelmäßigen Arbeit oder daran, dass mir viele Dinge nicht mehr unbekannt waren. Natürlich gab es auch einige neue Sachen, die ich das erste Mal erlebt habe. Von diesen werde ich euch in diesem Blog berichten.

Ende des letzten Monats war es nötig, dem Friseur einen Besuch abzustatten. Zusammen mit Rici war ich bei dem in Suretka liegenden Salon (siehe Bilder).
Mit neuer Frisur und frischer Motivation konnte ich nun in den November starten.
Am ersten Wochenende begab ich mich mit meiner Gastfamilie auf einen Ausflug in die Berge. Mit Motorrad und Quad machten wir uns auf den Weg (siehe Bilder).
Meine Gastfamilie baut an einem neuen Haus, das als Unterkunft für Touristen dienen soll. Dabei waren noch Freunde meiner Gastfamilie, sowie der Großvater meines Gastbruders.
Heute stand auf dem Plan, eine Plane auf dem Haus zu platzieren, die als provisorisches Dach fungieren sollte. Auf dem Weg nach oben wurde mir bei einer kleinen Pause Rohrzucker angeboten. Der reine Zucker gab einem viel Kraft. Auf der anderen Seite jedoch fühlte es sich so an, als würde man auf einem Stock herumbeißen. Denn in der Tat konnte man den Rohrzucker nicht essen, sondern nur schlürfen (siehe Bilder).
Danach ging es weiter hinauf und man hatte einen sehr schönen Ausblick auf die umliegende Landschaft (siehe Bilder).
Oben angekommen begannen nun die Hausarbeiten. Ich erledigte hauptsächlich kleine Arbeiten, die zur Vorbereitung dienten.

Schlussendlich sah ich noch dabei zu, wie die Plane auf das Haus gezogen wurde (siehe Bilder).
Die Techniken zu sehen, wie Arbeiten angegangen und erledigt werden, ist sehr interessant. Oft kommt es nicht auf Kraft an, sondern vielmehr auf die Art und Weise.
Da ich an diesem Tag noch Fußballtraining hatte, ging es für mich und meinem Gastbruder schon eher vom Berg herunter und nach Hause. Auf dem Rückweg machte ich noch ein Bild mit den Kühen der Umgebung.

Auch im Dorf tat sich einiges. Eines Tages waren plötzlich mehrere LKWs, sowie Bagger und Walzen vor Ort, die die Straßen erneuerten (siehe Bild).

Wie ihr im letzten Blog lesen konntet, spiele ich nicht nur selbst Fußball. Heute (19.11) begleitete ich das Mädchenteam von Amubri auf zwei Auswärtsspiele. Beide Spiele fanden in der näheren Umgebung von Bribri statt. Im Mannschaftsbus ging es auf eine lustige Reise (siehe Bilder).
Das erste Spiel verloren sie 2:1 (siehe Video).
Jedoch war noch eine zweiten Partie geplant. Nach dem ersten Drittel stand es 4:1 für Amubri. Daraufhin kündigte der Trainer an: "Sollte das Spiel 7:1 ausgehen, würde es Pizza geben". Das gab den Spielerinnen so viel Auftrieb, dass es am Ende ein 14:2 wurde. Das noch anschließende Elfmeterschießen wurde auch souverän gewonnen (siehe Video).
Auf dem Rückweg wurde dann die verdiente Pizza gegessen.
Am 20. November war es soweit. Die Weltmeisterschaft begann. Für mich ein Highlight, da Deutschland in der gleichen Gruppe wie Costa Rica spielt. Diesen Donnerstag (01.12.) kommt es zum spannenden und entscheidenden Aufeinandertreffen der beiden Nationen. Außerdem ist es eine neue Erfahrung, eine Weltmeisterschaft aus Sicht eines fußballbegeisterten Landes, wie Costa Rica zu erleben.

Im Vorfeld habe ich mit meinem Gastbruder auch über den Austragungsort gesprochen. Er hatte bis dahin nichts von den Diskussionen zu den Menschenrechten etc. gewusst. Der Umgang mit dem Gastgeber Katar ist hier ein ganz anderer, beziehungsweise vermute ich, dass viele gar nichts davon wissen.
Da wir in meiner Gastfamilie nur ausgewählte Spiele sowie die Costa Rica-Spiele sehen können, fuhren wir des öfteren zu Cousinen und Tanten meines Gastbruders (siehe Bilder).
Das Eröffnungsspiel und das Costa Rica-Spanien-Spiel schauten wir zu Hause mit meiner Gastfamilie. Angesichts der 7:0-Pleite war die Stimmung nicht allzu gut (siehe Video).
Da das zweite Gruppenspiel gegen Japan um 4 Uhr morgens costaricanischer Zeit übertragen wurde, habe ich es nur mit meinem Gastbruder geschaut. Umso besser war die Stimmung nach dem überraschenden 1:0 für Costa Rica.
Ich als Deutscher musste natürlich den ein oder anderen Spruch über mich ergehen lassen. Große Runde machte auch das Tor von Richarlison, das viel Anerkennung bekam, sowie oft versucht wurde auf dem Platz nachzuahmen (siehe Video).
Am 27.11. begann eine andere Arbeit für Rici und mich. Im Auftrag meines Gastvaters arbeiteten wir für drei Tage mit Ärzten aus Europa (Hands with Heart Foundation) zusammen. Da nur wenige von ihnen Spanisch sprechen konnten, sollten wir bei der Übersetzung ins Englische helfen. Wir gingen gemeinsam in verschiedene Häuser der Umgebung um Kindern und Erwachsenen mit Behinderung und anderen Krankheiten zu helfen (siehe Bild).

Für mich war es eine neue und interessante, aber auch herausfordernde Arbeit, da es viele Wörter gab, die ich in mindestens eine der Sprachen nicht beherrschte. Doch schlussendlich ging es immer gut und wir konnten in den meisten Fällen helfen.
Heute gibt es Lied, das gleichnamig ist, wie sein zugehöriger Tanz: Bachata.
Ein Rhythmus, der seinen Ursprung in der Dominikanischen Republik hat und geprägt ist von Instrumenten wie Gitarre, Rassel, Güira (Schrapinstrument), Pauke oder Bongos. Er hat seinen Beginn Anfang des 20. Jahrhunderts.
Zunächst war es eine Musikrichtung, die hauptsächlich von der armen Bevölkerung in Problemvierteln gehört wurde. Deshalb ist die Musik auch stark geprägt von vulgären oder rustikalen Wörtern. Oft handelt sie von enttäuschter Liebe.
Ende der 80er Jahre gewann die Musikrichtung an Popularität, kehrte zu seinem alten Rhythmus zurück und wurde international bekannt. Wer mehr in diese Richtung hören möchte, kann sich das Lied "Pena por ti" von Luis Segura anhören, das mitverantwortlich für den internationalen Bekanntheitsgrad ist. Andere Künstler sind Raulín Rodríguez, Teodoro Reyes oder Anthony Santos.
Heutzutage wird Bachata viel mit anderen Genres vermischt, wie Rap, Blues oder Reggaeton.
Noch in den 80er Jahren war Bachata eher ein romantisch-lateinamerikanischer Stil, der mehr als Unterhaltung für verliebte Paare diente. Heutzutage hat sich das Tempo erhöht und wurde mehr und mehr als Tanzmusik verstanden.
Der Tanz wird normalerweise sehr eng und hüftbetont getanzt, weshalb er als ein sehr erotischer Tanz angesehen wird.







































































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