Ein Jahr geht zu Ende
- Tom
- 5. Nov. 2023
- 4 Min. Lesezeit
Teil Eins - Meine letzten Tage in Costa Rica
Nachdem ich aus meinem Urlaub mit Benjamin zurückgekehrt bin, begannen für mich die letzten Wochen in Amubri. Neben dem Englischunterricht, den ich weiterhin gegeben habe, genoss ich die restliche Zeit. Vor allem in der vorletzten Woche, die ich zusammen mit den Freiwilligen Rico und Luis verbrachte, unternahmen wir einige Sachen. Wir gingen nochmal baden (obwohl es leider regnete), fuhren nach Puerto Viejo, um ein wenig zu feiern und ließen langsam das Jahr ausklingen.
Natürlich verabschiedete ich mich von meinem Dorf. Bei meinem letzten Fußballtraining aßen, tranken und quatschten wir zusammen (siehe Foto)

Leider konnte ich das Finale mit meiner Futsalmannschaft nicht spielen, da es um eine Woche verschoben wurde und somit am ersten Wochenende nach meiner Abreise lag. Nichtsdestotrotz hat es mir viel Spaß gemacht, mit ihnen zu spielen und es waren super nette Jungs, mit denen ich mich gut verstanden habe (siehe Bild).

Am Mittwoch, den 30. August reiste ich zusammen mit Rico aus Amubri ab. Wir beide fuhren mit einem weinenden und einem lachenden Auge zugleich weg, da wir zum einen das vergangene Jahr hier in unseren Dörfern verbracht, so viel Neues erlebt hatten und es eine einzigartige Erfahrung war. Zum anderen freuten wir uns aber gleichzeitig wieder auf die Zeit in Deutschland, die uns erwartete.
In der Hauptstadt trafen wir auf die zwei anderen Freiwilligen Giorgia und Luis. Am nächsten Morgen gingen wir gemeinsam frühstücken und drehten noch eine Runde durch die Innenstadt, bevor unser Flieger Richtung Heimat abhob (siehe Foto).

Teil Zwei - Ein Rückblick und großes Dankeschön
12 Monate in Costa Rica, 32 veröffentlichte Blogs und 1562 Aufrufe. Vor allem für mich war es noch so viel mehr: eine Vielzahl an Abenteuern und spannenden Erfahrungen, die ich erlebt habe. Zudem durfte ich eine Menge an Wissen über die Menschen vor Ort und deren Kultur sammeln. Das alles wäre ohne eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Niemals hätte ich erwartet, dass so viele von euch meinen Blog lesen. Ein besonderes Dankeschön geht auch an die, die mich finanziell unterstützt und das Auslandsjahr auf diese Art und Weise möglich gemacht haben.
Nun möchte ich noch einmal einen Blick zurück auf die 365 Tage Auslandsjahr werfen. Dafür habe ich 10 besondere Erinnerungen ausgewählt, obwohl mir die Wahl alles andere als leicht fiel. Denn auch für die "normalen" Tage, an denen ich nur Fußball gespielt und unterrichtet habe, bin ich dankbar. (Sobald ihr auf die Überschrift der Highlights drückt, öffnet sich der jeweilige Blog dazu)

Meine erste Woche habe ich in Gandoca, an der Karibik verbracht. Das Gefühl damals, das erste Mal in Lateinamerika zu sein, war wunderschön und die Wanderungen, das Baden im Meer und das für mich ungewohnte Essen werde ich wohl nie mehr vergessen.

Zusammen mit Ricardo und ein paar anderen Leuten wanderten wir bei strömendem Regen durch den puren Dschungel. Mit schweren Rucksäcken kämpften wir uns auf die Spitze des Berges, wo eine Hütte stand, in der wir die Nacht verbrachten. Am Abend sahen wir beeindruckende Blitze und am Morgen hatten wir eine spektakuläre Aussicht. Leider hat es nie mit einer zweiten Wanderung in dieser Region geklappt.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass Fußball der größte Teil meines Auslandsjahres war. Ob es das Training mit den Kindern war, was ich geleitet habe, oder ein Teil der Amubri-Mannschaft gewesen zu sein, die gegen andere indigene Dörfer angetreten ist. Auch mein erstes Spiel war etwas ganz besonderes, obwohl ich da noch weit davon entfernt war, auch mein erstes Tor zu schießen. Leider konnte ich mit meiner Mannschaft keinen Titel gewinnen.

In meinen ersten großen Ferien lernte ich die West- bzw. Pazifikseite Costa Ricas kennen. Der erste Stopp war der größte Berg des Landes, den ich zusammen mit drei anderen Freiwilligen bestieg. Es war ein langer und kräfteraubender Anstieg, doch für die Aussicht, die wir auf dem Gipfel hatten, hatte es sich auf jeden Fall gelohnt.

Es war die vorletzte Station meines Weihnachts-Urlaubs. Wir befanden uns auf der südlichen Halbinsel Osa. Von dort aus machten wir eine Fahrt zur Isla del Caño, wo wir schnorcheln gingen und viele Fische, Schildkröten und Haie sahen. Zudem hatte man von der Insel aus einen paradiesischen Ausblick auf den Strand und das offene Meer. Highlight war, dass wir auf dem Rückweg sowohl Delfine, als auch einen Wal an unserem Boot vorbeischwimmen sahen.

Zusammen mit Ricardo und Luis verbrachte ich die ersten Tage 2023. Für mich war es eine sehr lustige und entspannte Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Zudem war es spannend gewesen, ein Stierreiten live zu sehen, das in vielen Ländern Lateinamerikas zur Tradition gehört.

Ich habe mich sehr gefreut, als meine Großeltern, Eltern und Schwestern mich im Februar besuchten. Ihnen zu zeigen, wie und wo ich lebe, war spannend. Zusammen sind wir auf den Poas, einen Vulkan, gegangen. Vor allem das Kraterloch, das in türkisblau geschimmert hat, war beeindruckend. Auch der restliche Urlaub war sehr schön.

Neben alten Bussen und Autos waren vor allem Motorräder die Fortbewegungsmittel in meinem Dorf Amubri. Und so war es ziemlich cool, dass ich dort Motorradfahren lernen konnte.

Es war definitiv eines meiner Highlights im Urlaub mit meinem Kumpel Benjamin. Zwar regnete es an dem Tag, aber es machte nichts aus, da man schon durch das hochspritzende Wasser der Stromschnellen durchnässt wurde. Auch die Landschaft, durch die wir fuhren, war beeindruckend. Links und rechts erhoben sich Felsen, von denen Wasserfälle runterflossen. Es machte einfach total viel Spaß.

Das letzte Ziel unseres gemeinsamen Urlaubs war La Fortuna, wo wir viel erlebten. Aber besonders stach das spontan gebuchte Quadfahren für mich heraus. Mit Blick auf den Vulkan Arenal fuhren wir durch hügelige Landschaften und Flüsse.
Natürlich habe ich noch eine Menge anderer Dinge erlebt. Ich bin unglaublich dankbar für diese Chance und froh, mich für das Auslandjahr entschieden zu haben.
In diesem Sinne möchte ich mich nochmal bei Euch bedanken.
Adiós!



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